Ende einer Ära: Judas-Priest-Bassist Ian Hill geht nach 57 Jahren in Rente

Ian Hill, das letzte Gründungsmitglied an Bord von Judas Priest, hört wegen fortschreitender Arthritis auf. Uriah-Heep-Bassist Davey Rimmer übernimmt fest.

Von Marcel2 Min. Lesezeit
Ende einer Ära: Judas-Priest-Bassist Ian Hill geht nach 57 Jahren in Rente

Ian Hill, seit 1969 das tiefe Fundament von Judas Priest, beendet seine Karriere. Das gab die Band am 9. Oktober 2026 über ihre Social-Media-Kanäle mit einem persönlichen Statement des Bassisten bekannt. Grund ist eine fortschreitende Arthritis. Seinen Platz übernimmt fest Davey Rimmer, bekannt von Uriah Heep und Elegant Weapons.

Der Körper sagt Stopp

Schon beim Abschluss der „Faithkeepers“-Europatour am 21. September im Londoner Eventim Apollo fehlte Hill – offiziell wegen einer Sehnenverletzung. Sein Statement zeigt nun, dass mehr dahintersteckt: Die Arthritis ist in seiner linken Schulter und rechten Hand weit fortgeschritten, auch die rechte Schulter und beide Knie sind betroffen. Seit Langem spielte er mit Schmerzmitteln, Gels und Kortisonspritzen. Zwei Tage vor London, beim Konzert in Brüssel, riss ihm kurz vor den Zugaben eine Sehne in der linken Schulter – danach konnte er den Arm nicht mehr bis zum Bass-Hals heben.

Ärzte halten eine Operation zwar womöglich für vermeidbar, garantieren aber nicht, dass Kraft für eine komplette Show zurückkehrt. Hill, der stets gesagt hatte, er höre auf, wenn seine Leistung leidet, zieht die Konsequenz: „I hate to say it, but that time has come.“ Er wolle nun Zeit mit seiner Familie nachholen, die er über 57 Jahre vernachlässigt habe, und dankte den Fans für das Leben, das sie ihm ermöglicht hätten.

Davey Rimmer übernimmt

Rimmer sprang bereits in London ein und ist nun festes Mitglied. Mit Priest-Gitarrist Richie Faulkner spielt er ohnehin bei Elegant Weapons. Hill selbst adelte seinen Nachfolger als großartigen Bassisten und feinen Kerl.

Eine Legende tritt ab

Der Mann aus West Bromwich gründete 1969 mit Schulfreund K.K. Downing die Band, die zu Judas Priest wurde, brachte Rob Halford mit ins Boot und spielte auf jedem Studioalbum von „Rocka Rolla“ (1974) bis „Invincible Shield“ (2024) – bei rund 3.000 Konzerten. Seit Downings Abschied 2011 war er das dienstälteste Mitglied, 2022 folgte die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. Mit Hill verlässt das letzte Gründungsmitglied die Bühne der Metal Gods.